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Hier finden Sie Material über die Geschichte und den Glauben von freikirchlichen Gemeinden russlanddeutscher Prägung. Die ersten von ihnen entstanden Mitte der 1970er Jahre, als die Sowjetunion einige Tausende für sie unbequeme deutschstämmige Christen in die Bundesrepublik Deutschland entlassen hatte.

In den Jahren 1989-1991 erreichte der Strom Christen deutscher Herkunft aus der UdSSR seinen Höhepunkt, und es entstanden viele neue russlanddeutsche Gemeinden. Im letzten Jahrzehnt erreichte die Zahl von Gemeinden russlanddeutscher Art die 500er Marke. Die Gesamtzahl der Mitglieder in diesen Gemeinden wächst von Jahr zu Jahr.

Die Vielfalt dieser Gemeinden geben bereits ihre vielen unterschiedlichen Namen wieder. In den Augen der Öffentlichkeit galten sie zunächst als Gemeinden von Heimkehrern, dann Aussiedlern und zuletzt von Spätaussiedlern. In der eigenen Wahrnehmung ist ihr Spektrum viel farbenreicher und erstreckt sich über Gemeinden von unterschedlicher Generationen mit verschiedenartigen Zielsetzungen, theologischen Akzenten, Gottesdienstformen und Art der Frömmigkeit.

Die russlanddeutsche Art des Gemeindeaufbaus hat europäische Wurzeln. Sie geht auf die Täufer zurück und bestand nicht nur die Feuertaufe in den Verfolgungen des 16. Jahrhunderts, sondern bewährte sich auch in der Zeit der "Diktatur des Proletariats" in der UdSSR. Die Theologie der wehrlosen Täufer hat ihre Fortsetzung in der Teologie von vielen russlanddeutschen Gemeinden in der Gegenwart erhalten.

Das Institut für Theologie und Geschichte am Bibelseminar Bonn befasst sich mit der Vergangenheit und der Gegenwart eben dieser Gemeinden und bietet allen Interessierten Material dazu. Es sind auch Vorträge bzw. Termine bei Ihnen vor Ort möglich.

Ihr

Johannes Dyck

Direktor des Instituts für Theologie und Geschichte am Bibelseminar Bonn

1527, 5. Januar, Zürich: Märtyrium von Felix Manz.

1527, 24. Februar: Schleitheimer Bekenntnis.

1527, 20 Mai, Rothenburg am Neckar: Märtyrium von Michael Sattler.

1527, Worms: Übersetzung der prophetischen Bücher des AT durch L. Hätzer und H. Denck.

1527, November, Basel: Tod von Hans Denck.

1527, 6. Dezember, Augsburg: Tod im Gefängnis von Hans Hut.

1562, Köln: Märtyrium von Georg Friesen.

1562, Pommern: Gründung der Mennonitengemeinde Ohrlofferfelde, einer der ältesten in Westpreußen

1612, 28(?) August, Amsterdam: Tod von John Smyth, dem Gründer der weltweiten Baptistenbewegung.

1632, 21. April: Dordrechter Glaubensbekenntnis.

1772: erste Teilung Polens; mennonitische Siedlungen kommen unter preußische Herrschaft.

1862, März, Einlage (Chortitza): Gründung der Mennoniten-Brüdergemeinde in Chortitza.

1872, 15-16. Mai, Andreasfeld: erste Konferenz der Mennoniten-Brüdergemeinde in Russland

1872, 4-6. Juni, Alt-Danzig: erste Konferenz der Baptisten Süd-Russlands

1917, 25. Oktober: bolschewistische Revolution in Russland

1927: erste längere Haftstrafen für Gläubige in der UdSSR

1937: Beginn des Großen Terrors in der UdSSR

1942: Beginn der Arbeiterarmee

1957: erste Anzeichen einer neuen Christenverfolgung in der UdSSR

1972, Paderborn: Gründung einer der ersten russlanddeutschen Gruppe von Gläubigen.

1987, 1. Januar: Lockerung der Ausreisebestimmungen in der UdSSR. Beginn der letzten Auswanderungswelle der Deutschen aus der Sowjetunion.

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